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Bandscheibenvorfall: zum Neurochirurgen

 

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Bandscheibenvorfall - warum zum Neurochirurgen?

 

Idealerweise wendet man sich mit Bandscheibenproblemen an einen Neurochirurgen - keine andere Facharztgruppe hat mehr Kontakt zu Kreuzschmerz- und Bandscheibenpatienten. Aufgrund der schwierigen Ausbildung gibt es nur sehr wenige Neurochirurgen; einige haben mittlerweile hoch spezialisierte Wirbelsäulenzentren aufgebaut.

 

»Die Angst vor der Bandscheibenoperation ist unbegründet«, sagt der Münchner Neurochirurg Dr. Matthias Schröder, »es muss nur die Indikation stimmen. Vom Befund her muss abhängig gemacht werden, wie behandelt wird.« Von der Mikrotherapie bis hin zur mikrochirurgischen Operation stehen Neurochirurgen wie Dr. Schröder heute zahlreiche hochmoderne Verfahren zur Verfügung. Beim Versagen der konservativen Therapie ist die mikrochirurgische Operation Standard.

 

Dr. Schröder: »Über einen nur drei Zentimeter langen Schnitt wird der Bandscheibenvorfall mit dem Operationsmikroskop entfernt.« Teilweise lassen sich Bandscheibenvorfälle auch endoskopisch operieren. Falls es der Befund und der klinische Zustand des Patienten zulassen, können zunächst auch mikrotherapeutische Verfahren angewendet werden. »Mit dem Computertomographen kann man schmerzlindernde Substanzen an jeder Stelle der Wirbelsäule platzieren«, erläutert Dr. Schröder. »Heutzutage muss niemand mehr mit Kreuzschmerzen leben.«

 

Endoskopische Bandscheibenoperationen:

Bei entsprechender Indikation können Bandscheibenvorfälle in "Schlüssellochtechnik" durch die Haut (perkutan) entfernt werden. Die Methode hat den Vorteil, dass der Patient schneller wieder auf die Beine kommt und ist mit einem Klinikaufenthalt von einer Nacht verbunden. Über eine röntgengestützt genau platzierte Röhre lassen sich Bandscheibenvorfälle endoskopisch in "Schlüssellochtechnik" entfernen. Endoskopische und mikrochirurgische Operationen sind keine konkurrierenden Verfahren - es muss vom Befund in der Bildgebung entschieden werden, welches Verfahren besser geeignet ist.

 

Mikrochirurgische Operation von Bandscheibenvorfällen und Verengungen im Bereich der gesamten Wirbelsäule:

Die mikrochirurgische Operation ist keine Operation im eigentlichen Sinne. Es wird unter dem Operationsmikroskop das Gewebe entfernt, das auf den Nerven drückt. Die Operation ist also als erweiterte konservative Maßnahme zu sehen und ist der "goldene Standard" bei Bandscheibenvorfällen und bei Verengungen (Stenosen) im Bereich des Wirbelsäulenkanals. Komplikationen und Vernarbungen sind äußerst selten.

 

Die mikrochirurgische Operation wird in der Laienpresse von einigen unseriösen Ärzten als gefährlich und sogar überflüssig eingestuft. Sie wollen dem Patienten oft teure Selbstzahlerleistungen (z.B. Laser) verkaufen - solche Statements sind Unsinn und patientengefährdend. Die Erfolgsquote ist mit 95% zufriedener Patienten äußerst hoch - häufig wird aufgrund Angstmacherei aber derart lang mit der Entlastung des Nerven gewartet, dass es längere Zeit dauert, bis die Gesamtsituation wieder normal ist.

 

Durch optimale Ausleuchtung mit dem Operationsmikroskop lassen sich Nervenstrukturen mit geringem Risiko dekomprimieren. Meist ist ein kurzstationärer Klinikaufenthalt erforderlich. Die Anschlussbehandlung sollte nach Möglichkeit ambulant erfolgen. Längere stationäre "Reha-Maßnahmen" sind bei Standard-Bandscheibenoperationen nicht erforderlich und sind z.B. in den USA gänzlich unbekannt. Der Patient sollte sich für etwa 14 Tage schonen und sich so schnell wie möglich in seinem gewohnten sozialen Umfeld bewegen. Bei älteren Patienten, die alleine zu Hause sind, wird jedoch eine Reha-Maßnahme empfohlen

 

Stabilisierende Eingriffe:

Bei instabilen Wirbelsegmenten kann eine gezielte Versteifung in Erwägung gezogen werden. Die Indikation sollte erst nach umfangreicher diagnostischer Abklärung und Versagen sämtlicher konservativer Verfahren gestellt werden. Es stehen Verfahren von hinten (dorsale Instrumentierung) und kombiniert von hinten und vorne (dorsoventrale Instrumentierung, gegebenenfalls mit Bandscheibenprothese) zur Verfügung. Die Auswahl des geeigneten Verfahrens muss vom klinischen und radiologischen Befund abhängig gemacht werden. Häufiger als im Bereich der Lendenwirbelsäule muss im Bereich der Halswirbelsäule stabilisiert werden. Insgesamt wird in den letzten Jahren zuviel stabilisiert, es werden dem Patienten immer mehr „modernste Therapien“ versprochen und in großer Anzahl verschraubt - häufig von Ärzten, die innerhalb einer Metropole keinen einzigen Zuweiser haben und ihre verzweifelten Patienten ausschließlich über die Laienpresse rekrutieren: Vorsicht! Wenn verschraubt werden soll, immer eine Zweitmeinung einholen!